Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Hieroglyphe  

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ISISBLUT UND STEINBOCKHORN
Amulett und Talisman in Altägypten und im Alpenraum

22. Juli 2010 – 09. Januar 2011

Die Bildmotive stehen für die aktuelle Berichterstattung über die Sonderausstellung honorarfrei zur Verfügung. Jede weitere Nutzung bedarf der Genehmigung.

© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München
Fotos: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München


 
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  Die Göttin MaatBild downloaden

Maat, symbolisiert durch die Figur einer kleinen hockenden Göttin, verkörpert den
Inbegriff von Weltordnung, Wahrheit und Gerechtigkeit, für deren Erhalt der ägyptische
König verantwortlich ist.

Bronze; Spätzeit, 800-500 v. Chr.


 
  Statue des Zauberers SescheschenBild downloaden

Die Seitenflächen dieser Sitzfigur sind beschriftet und geben nicht nur den Namen des
Dargestellten mit Seschen-Sa-Hathor „Lotosblume, Sohn der Hathor“ an, sondern liefern
mit der Nennung des Königsnamens von Sesostris II. auch eine exakte Datierung.
Darüber hinaus trägt er den Titel „Leiter der Göttin Selket“, was ihn als offiziellen Magier
und Arzt ausweist, was durch die Formulierung „Ich bin ein Verklärter, der mit seinen
Zauberkräften ausgestattet ist
“, noch unterstrichen wird.

Granodiorit; Mittleres Reich, 12. Dynastie, um 1880 v. Chr.


 
  PrunkskarabäusBild downloaden

Der Anspruch Pharaos als „Herr der Welt“ wurde mit dem Motiv des „Erschlagens der
Feinde
“ über Skarabäen weit verbreitet. Als Dekoration der großen Eingangstore schützt
diese Szene den heiligen Bereich der Tempel.

Steatit; Neues Reich, 18. Dynastie, Amenophis III., um 1370 v. Chr.


 
  Statue der SachmetBild downloaden

Zwiespältig ist der Charakter von Sachmet, „der Mächtigen“: Sie ist die blutrünstige
Kriegsgöttin, die vom ihrem Vater, dem Sonnengott Re, den Auftrag zur Vernichtung des
Menschengeschlechtes erhält. Als Herrin über Leben und Tod ist sie jedoch gleichzeitig
eine wichtige Schutzgottheit, die Verletzungen heilen und Krankheiten vertreiben kann.

Granit; aus dem Mut-Tempel in Karnak, Neues Reich, 19. Dynastie, um 1250 v. Chr.


 
  SachmetBild downloaden

 


 
  ImhotepBild downloaden

Imhotep, Architekt der Stufenpyramide des Djoser und damit „Erfinder des Steinbaus“,
wurde seit dem Neuen Reich zunächst als Weiser verehrt und schließlich vergöttlicht. Als
berühmte Persönlichkeit der Vergangenheit wurde er von einer breiten Bevölkerung auch
als Heilgott angerufen und mit dem griechischen Heilgott Asklepios gleichgesetzt.

Bronze; Spätzeit, um 600 v. Chr.


 
  PATÄKEBild downloaden

Bei dieser Gottheit handelt es sich um einen kindlichen Zwergengott, der sowohl mit dem
Schöpfergott Ptah als auch mit dem jugendlichen Horus, Harpokrates (s. rechts) in
Verbindung gebracht werden kann. Wie dieser steht auch der Patäke häufig auf
Krokodilen und hält Schlangen in den Händen. Auf seinem Kopf sitzt oft ein Skarabäus
und auf seinen Schultern können zwei Falken hocken als Erscheinungsformen der
Göttinnen Isis und Nephthys. So werden auf engstem Raum zahlreiche
Götterdarstellungen zu einer wirkungsvollen Schutzgottheit komprimiert.

Fayence; Spätzeit-Ptolemäerzeit, 600-300 v. Chr.


 
  Horus-StelenBild downloaden

Meist kleinformatige Stelen mit der Darstellung des Horus-Kindes auf Krokodilen, der
zusätzlich Schlangen, Skorpionen und andere Tiere in den Händen hält und über dem oft
eine Bes-Kopf angebracht ist, tragen auf der Vorder- und Rückseite magische Texte.
Beim Rezitieren dieser Texte goß man Wasser über das Objekt, das dadurch zu einem
wirksamen Heilwasser gegen Krankheiten und Dämonen wurde.

Kalzit; Römerzeit, 1. Jhdt. n. Chr.


 
  LiebeszauberBild downloaden

Die Wachspüppchen von Mann und Frau steckten, von einem Papyrus umhüllt, in einem
Krug. Darauf ist in heute verblasster Schrift ein Dämonen beschwörender Text als
Liebeszauber geschrieben.

Papyrus, Wachs, Ton
Römerzeit, 2.-4. Jhdt. n. Chr.


 
  Erotische GruppenBild downloaden

Darstellungen der geschlechtlichen Vereinigung von Frau und Mann sind in der offiziellen
Kunst Ägyptens nicht anzutreffen, hierfür sind symbolhafte „unverfängliche“ Motive
geschaffen worden. Wie einzelne erhaltene Beispiele zeigen, hat es sie im privaten
Bereich durchaus gegeben. Ab der Spätzeit werden dann – unter ausländischem Einfluß
– zahlreiche kleine erotische Figurengruppen und Amulette geschaffen, die sämtliche
Varianten und Stellungen zeigen.

Fayence; Ptolemäer-Römerzeit, 2. Jhdt. v.-1. Jhdt. n.Chr.


 
  Der Gott BesBild downloaden

Das männliche Pendant zur nilpferdgestaltigen Thoeris ist der aus dem Inneren Afrikas
stammende Gott Bes, dessen Zwergengestalt um einige tierische Attribute erweitert wird,
um seine magische Wirksamkeit zu erhöhen. So trägt er häufig eine Krone aus
Straußenfedern und hat ein Leopardenfell umgehängt. Sein Gesicht ist gerahmt von einer
Löwenmähne, seine Ohren sind Raubtierohren. Wie die Göttin Thoeris ist er zuständig für
den Schutz von Zeugung und Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Bes gehörtzum Gefolge der Liebesgöttin Hathor, in deren Kult Musik und Wein eine Rolle spielte,
daher wird er auch tanzend und musizierend dargestellt.

Fayence; Spätzeit, 600-400 v. Chr.


 
  Die Göttin ThoerisBild downloaden

Thoeris ist eine Schutzgottheit in Gestalt eines schwangeren Nilpferdes mit Löwentatzen
und einem Krokodilsschwanz, sie vereinigt also die gefährlichsten Tiere Ägyptens. Sie
beschützt Frauen während Schwangerschaft und Geburt und dient kleinen Kindern als
Amme.

Fayence, Elfenbein, Karneol
Altes – Neues Reich, 2500-1200 v. Chr.


 
  Isisblut (Tjt-Knoten)Bild downloaden

Dieses Amulett zeigt die Form eines Knotens. Es wurde vom Sonnengott Re geknüpft,
um die Göttin Isis vor einer Fehlgeburt zu schützen. Die Farbe des Material (Rot) soll die
Wirkung der Form verstärken.

Glas; Spätzeit, 600-400 v. Chr.


 
  KopfstützeBild downloaden

Kopfstützen, in manchen Gebieten Afrikas noch heute in Gebrauch, dienten als
Kissenersatz. Sie konnten mit kurzen Schutzformeln und Darstellungen vor allem des
Gottes Bes dekoriert sein, die den Schutz des Schlafes garantieren, Dämonen und böse
Träume abhalten sollten.

Kalkstein; Neues Reich, 19. Dyn., um 1250 v. Chr.


 
  Udjat-AugeBild downloaden

Vom Alten Reich bis in die Römerzeit bildet das Udjat-Auge die beliebteste Amulett-Form
überhaupt. Seine Bezeichnung leitet sich ab vom Wort Udja und bedeutet „heil,
unversehrt“. Es kombiniert Teile des menschlichen Auges mit einem Falken- und einem
Pantherauge.

Anorthositgneis; Steatit, Almandin, Achat, Karneol, Jaspis, Lapislazuli, Glas
Neues Reich - Spätzeit, 1400 400 v. Chr.


 
    Amulette des 19. Jahrhunderts aus dem Alpenraum
  Bild 1 downloaden
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Bestimmten Halbedelsteinen wurde eine Wirksamkeit gegen bestimmte Krankheiten und
Verletzungen zugeschrieben:
- Achate sollten vor Gelenk verändernden Krankheiten schützen;
- Serpentin und Karneol halfen gegen rheumatische Erkrankungen;
- Hämatit kann Blutungen stoppen;
- Bernstein soll Halsleiden verhindern;
- Bergkristall sollte das klare Augenlicht erhalten;
- Amethyst schützte vor den Folgen allzu reichlichen Alkoholgenusses;
- Gelber Jaspis konnte vor Magenleiden und Darmbeschwerden bewahren;
- Rote Koralle gilt bis heute allein auf Grund ihrer Farbe als geeignet, alles Unheil, vor
allem von Kindern, abzuwehren.


 

 

 
  WehenfläschchenBild downloaden

Wehenfläschchen gehören zu den Sakramentalien, die winzige Heiligenreliquien
enthalten; sie wurden der Gebärenden in die Hand gelegt.


 
  Amulette zur Stärkung der FruchtbarkeitBild downloaden

Phallusförmige Anhänger aus Horn, Hirschgrandln und Koralle, die Geste der „fica“, der
Feige, als Koitussymbol und auch fuß- und schuhförmige Anhänger sollten in ihrer
Obszönität Übel abwehrend wirken.


 
  Schutz vor KrankheitBild downloaden

Gamskrickl-Messer vereinigen in sich das praktische Werkzeug mit dem mächtigen
Schutz, den das Material – das Horn des Steinbocks - geben sollte.
Amulette aus Steinbockhorn dienten als Schutz gegen krampfartige Krankheitsbilder,
Epilepsie und Ohnmachtsanfälle. Das Horn des Steinbocks verkörperte die Summe der
Kraft dieses seltenen Tiers; es wurde gekocht und zu Medaillons gepresst, die meist
christliche Symbole zeigen.