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Ägypten nach den Pharaonen - Spätantike und frühes Christentum am Nil


Mit der Niederlage von Kleopatra und Marc Anton gegen Octavian, den späteren Augustus, in der Seeschlacht von Actium im Jahr 31 v. Chr. war die politische Unabhängigkeit Ägyptens beendet - es wurde römische Provinz. Ungebrochen blieb jedoch die Faszination der dreitausend Jahre alten Kultur am Nil, ihres Götter- und Jenseitsglaubens.

So ließen sich die Angehörigen der römischen Besatzungsmacht nach dem Tode mumifizieren und die Mumien mit zweidimensionalen, auf Holz gemalten Porträts ausstatten. Die Kulte altägyptischer Götter, allen voran Isis mit ihrem Kultpartner Serapis, beginnen ihren Siegeszug nach Europa - für die Ausstattung ihrer Heiligtümer werden Obelisken, Statuen und Reliefs aus ägyptischen Tempeln bis in die entlegendsten Orte des römischen Imperiums verbracht. Als der Nachschub ausbleibt, beginnt in Rom die Produktion ägyptisierender Kunstwerke.

In Ägypten selbst hat in der Zwischenzeit, beginnend bereits im 1. Jahrhundert, die neue Religion des Christentums Fuß gefasst. Zur sich allmählich entwickelnden frühchristlichen Kunst steuert Altägypten ganz wesentliche Motive bei, am wichtigsten sind das Bild der stillenden Muttergottes, das den Typ der Gottesmutter Isis mit dem Horus-Knaben aufgreift und das Anch-(Lebens-)Zeichen, das sich zum christlichen Kreuz wandelt.

Die Ausstellung ergänzt die kleine, aber umfassende Abteilung "Spätantike und frühes Christentum" des Ägyptischen Museums mit ihren Statuen und Reliefs, gewebten Tuniken, Elfenbeinen und Tongefäßen, ihren Mumienmasken und -porträts um zahlreiche Neuerwerbungen der vergangenen Jahre, die größtenteils hier erstmalig präsentiert werden: buntgewebte koptische Stoffe, Reliefs und Statuetten von Göttern, Bronzegefäße und Keramiken, ein spätantiker Liebeszauber und erotische Figuren.

Damit rückt eine Epoche in den Vordergrund, die ansonsten meist im Schatten des pharaonischen Ägypten steht, obwohl sie eine der Grundlagen unserer eigenen, christlich geprägten Kultur bildet.


Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München,
Residenz, Hofgarten

Di 9-21 Uhr
Mi-Fr 9-17 Uhr
Sa, So 10-17 Uhr
Mo geschlossen

Dauer der Ausstellung: 7. Dezember 2007 - 30. März 2008

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Die Bildmotive stehen für die aktuelle Berichterstattung über die Ausstellung "Ägypten nach den Pharaonen. Spätantike und frühes Christentum am Nil" des Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München honorarfrei zur Verfügung. Jede weitere Nutzung bedarf der Genehmigung.

© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München
Fotos: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

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01 Thronende Isis --> Bild downloaden

Serpentinit, Kalkstein (Basis)
Mata'na el-Asfun (Oberägypten)
Römisch, um die Zeitenwende
ÄS 4201

Die Verbindung altägyptischer Ikonographie und hellenistischer Stilistik ist in dieser Statue außergewöhnlich harmonisch gelungen. Der gleitende Übergang pharaonischer Traditionen in die nach-pharaonische Kunst bietet sich als Analoge zur inhaltlichen Nachbarschaft der altägyptischen Gottesmutter zur frühchristlichen Muttergottes an: Die Isis Lactans ist schon früh als Urbild der christlichen Madonna mit dem Jesusknaben erkannt worden.


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02 Grabstele --> Bild downloaden

Kalkstein
Koptisch, 4.-7. Jh. n. Chr.
ÄS 4291

s Der Verstorbene ist in römischer Art auf einer Kline liegend dargstellt, doch unter der Kline finden sich Opfergaben in altägyptischer Tradition und oben ist Anubis, der die Seelen ins Jenseits begleitet, zu erkennen.


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03 Koptisches Relieffries --> Bild downloaden

Kalkstein mit Bemalung
Deir Abu Hennis
Koptisch, 5. Jh. n. Chr.
ÄS 6089

Die Motive einer christlichen Ikonographie sind allmählich aus der spätantiken Bilderwelt entstanden, so trägt der Mann hinter der Balustrade zwei altägyptische Anch-Zeichen wie Stab- oder Vortragekreuze und es ist verlockend, in dieser Figur eine Christusdarstellung zu sehen, der das Zeichen des Lebens-Kreuzes als Symbol der Überwindung des Todes zeigt.


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04 Maske einer Krokodilsmumie --> Bild downloaden

Gips, Glas
Römerzeit, 2.-3. Jhdt. n. Chr.
ÄS 6809

Im alten Ägypten galten Tiere als Erscheinungsformen des Göttlichen. Erst ab der Spätzeit
(2. Hälfte 1. Jtds. v. Chr.) erhält jedoch die Verehrung und Bestattung von Tieren eine größere Bedeutung
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05 Koptischer Stoff --> Bild downloaden

Wolle, Leinen
Koptisch, 5. Jh. n. Chr.
ÄS 6934

Koptische Stoffe in diesem Format sind selten. Einen Hinweis uf den christlichen Kontext des Stoffes
gibt lediglich die Figur neben dem rechten Beter.: Sie hält in der rechten Hand ein altägyptisches Anch-
(Lebens-)Zeichen, das in der frühchristlichen Ikonographie als Kreuz interpretiert wurde.


© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München