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Aus Pharaos Werkstatt
Handwerk und Material im alten Ägypten

16. März - 18. November 2007

Welche Gesteine verwendeten die Ägypter für ihre eindrucksvollen Statuen? Wo lagen die Steinbrüche und wie wurden große Lasten transportiert? Kannten die Ägypter die Töpferscheibe? Was ist eigentlich ägyptische Fayence? Woher kam das Gold für die Schätze der Pharaonen? Seit wann konnte man Glas herstellen? Wie wurde Metall verarbeitet? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, ist in der diesjährigen Ausstellung im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München bestens aufgehoben. Er kann gewissermaßen einen Blick hinter die Kulissen, in die Werkstätten Altägyptens, tun.

Publikationen:
Sylvia Schoske
Aus Pharaos Werkstatt
Handwerk und Material im alten Ägypten
München 1998, 24 S., 16 Strichzgn., 20 Photos



 

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Unfertige Kniefigur mit Götterschrein (Naophor)

Kalkstein
Spätzeit, 6.-4. Jahrhundert v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, ÄS 4843

Anhand unfertig gebliebener Statuen lassen sich die verschiedenen Schritte der Herstellung von Statuen gut verfolgen: von der Anlage der Skulptur über die Herausarbeitung der groben Formen bis hin zur Ausarbeitung der Details und den verschiedenen Stufen der Politur. In dieser Figur lässt sich ein in der Spätzeit besonders beliebter Typ der Kniefigur mit einem Götterschrein erkennen.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Bildhauermodell

Kalkstein mit Resten von Bemalung
30. Dynastie - frühe Ptolemäerzeit, ca. 400-300 v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, ÄS 4878

Aus der 30. Dynastie und der frühen Ptolemäerzeit stammt die Objektgruppe der „Bildhauermodelle“: kleinformatige Reliefs und rundplastische Wiedergaben von Köpfen, Körperteilen, Architekturelementen und Tieren. Viele von ihnen sind bewusst unfertig gelassen; oft zeigen sie ein Quadratnetz als Vorzeichnung und geben so Einblick in das Werkverfahren ägyptischer Bildhauer. Vermutlich sind sie als Weihegaben in den Tempel gestiftet worden.

Diese Königsbüste hat auf der Unterseite und im Ansatz der Schultern das Quadratnetz in schwarzer Farbe aufgetragen; sowohl die Ohren als auch die Uräusschlange vor der Stirn sind nur in Bosse angelegt.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Sandalen


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

 

Nilgott

Bronze, Gold
Spätes Neues Reich - 3. Zwischenzeit, 1100-900 v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, ÄS 1534

Die üppigen Formen von Brüsten, Bauch und Hüftansatz weisen auf die androgyne (zweigeschlechtliche) Darstellung von Fruchtbarkeitsgöttern hin. Hier ist die Personifikation des Niles dargestellt, dessen alljährlicher Überschwemmung Ägypten seinen Überfluß an Nahrungsmitteln und damit seinen Reichtum verdankte.

Auf den ausgestreckten Unterarmen trug der Gott eine Opferplatte, auf dem Kopf ein Pflanzenbüschel als Attribut.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Figürliches Gefäß

Keramik
Neues Reich, 18. Dynastie, um 1400 v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, ÄS 1132

Nur in einer kurzen Phase des Neuen Reiches wurden figürliche Gefäße aus Keramik gefertigt, die zur Aufnahme kosmetischer Produkte wie Salben und Öle für die Körperpflege bestimmt waren.

Eine besondere Gruppe sind darunter die Gefäße in Gestalt von Mutter und Kind bzw. von schwangeren Frauen und Ammen: Die darin aufbewahrten Salböle waren zur Pflege des strapazierten Bauches von Schwangeren bestimmt.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Sargmaske

Sargmaske
Silber
3. Zwischenzeit, um 1000 v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München,
ÄS 2902

Gegenstände aus Silber haben in Ägypten eine große Seltenheit. Nur in der 3. Zwischenzeit (ca. 1080-800 v. Chr.) ist eine größere Menge von Silberobjekten vor allem aus den Gräbern der Könige und hohen Beamten dieser Zeit in Tanis (Ostdelta) bekannt.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Zerbrechliche Kostbarkeit

Hellblaues Glas
Neues Reich, 18. Dyn. Um 1450 v. Chr. (ÄS 630)

Einmalig ist dieser Kelch mit der Namensaufschrift Thutmosis’ III. (um 1450 v.Chr.). Es ist das älteste sicher zu datierende Gefäß aus Glas und vermutlich das am häufigsten abgebildete Objekt des Museums: Jede Geschichte dieses Materials beginnt mit dem Münchner Kelch.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Kultbild eines Falkengottes (Leihgabe)

Silber, Elektron
Spätzeit, 27. Dyn., um 500 v. Chr.

Das Material Silber hat in Ägypten keine große Rolle gespielt und ist stets nur in Einzelobjekten belegt - mit zwei Ausnahmen: In den Königsgräbern der 3. Zwischenzeit in Tanis haben sich zahlreiche, zum Teil großformatige Silberobjekte gefunden, und auch die 27. Dynastie, die Perserzeit, zeigt eine gewisse Vorliebe für dieses Material. Bei dieser Falkenstatue wurden die Details der Innenzeichnung - Streifung der Roten Krone, Brustkragen, Federmuster - mit Elektron in der Technik des Tauschierens eingelegt.


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Nilpferd

Fayence
Mittleres Reich, 12. Dyn., 2000 - 1800 v. Chr. (ÄS 6040)

Erklärter Liebling von jung und alt ist das kleine liegende Nilpferd - durchaus ein Argument, Ausleihwünsche für Ausstellungen abzulehnen.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München

 

 

Pastenreliefs des Nefer-maat

Kalkstein mit Pasteneinlagen
Altes Reich, 4. Dynastie, um 2550 v. Chr. (Gl. 103 c, d)

Die Wandbilder der Kultkammer des Nefer-maat, eines Sohnes des Königs Snofru, in Meidum sind in einer besonderen Technik ausgeführt: Die Figuren sind in Umrissgestalt in die geglättete Wandfläche eingetieft und mit verschiedenfarbigen Pasten ausgefüllt. Der Grabherr, Prinz Nefer-maat rühmt sich in einer Inschrift seines Grabes dieser Erfindung.


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© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München