Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Hieroglyphe  

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WIDER DAS VERGESSEN
Schrift und Text im alten Ägypten

10. MAI 2012 – 06. JANUAR 2013

Die Bildmotive stehen für die aktuelle Berichterstattung über die Sonderausstellung honorarfrei zur Verfügung. Jede weitere Nutzung bedarf der Genehmigung.

© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München
Fotos: Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München


 
   

rtf  Pressetext zur Ausstellung
rtf  Texte zu den Pressebildern

rtf verschiedene Fahnen
rtf Fahne "Hieroglyphen I"
rtf Fahne "Bedeutende Personen"

Audioguide "Echnaton" (wav-Datei, 23MB)
Audioguide "Lehre des Cheti" (wav-Datei, 20MB)
Audioguide "Liebeslieder" (wav-Datei, 22MB)
Audioguide "Pyramidentexte" (wav-Datei, 25MB)
Audioguide "Lehre des Cheti II" (wav-Datei, 9MB)
Audioguide "Liebeslieder II" (wav-Datei, 14MB)

Sämtliche Bilder und Texte komplett zum Download als zip-Datei (76MB)


 
 

Stele des Sobekhotep

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Die altägyptische Hieroglyphenschrift schreibt mit Bildern, ohne jedoch eine reine Bilder- schrift zu sein: Die Zeichen stehen für einen, zwei oder mehrere Konsonanten, Vokale wurden nicht geschrieben, es gibt keine Abstände zwischen den Wörtern und keine Satz- zeichen, was die Lesbarkeit erschwert.


Kalkstein
Mittleres Reich, 12. Dynastie, um 1800 v. Chr.
ÄS 35



 
 

Demotischer Papyrus „Buch vom Atmen“

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Aus der Schreibschrift des Hieratischen hat sich in der Spätzeit (ab ca. 650. v. Chr.) die demotische Schrift entwickelt, eine Art Kurzschrift, die zunächst überwie- gend für Verwaltungstexte, bald jedoch auch für andere Zwecke verwendet wurde. Das "Buch vom Atmen" gehört zur Jenseitsliteratur: Das sind Texte, die den Verstorbenen ins Jenseits begleiten und beschützen sollten. Sie wurden an die Wände von Pyramiden- und Grabkammern, auf die Innenseiten von Särgen und schließlich auf Papyrus geschrie- ben.

Papyrus
Römerzeit, 1.-3. Jhdt. n. Chr.
ÄS 826


 
 

Ostrakon Kemit

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Neben der "Druckschrift" der Hieroglyphen gab es auch eine kursive "Schreibschrift", das Hieratische. Sie wurde auf Papyrus verwendet und mit Tinte geschrieben, als Schreibgerät diente eine zugespitzte Binse. Als billiger Ersatz für den teueren Papyrus dienten Scherben (griech. Ostraka) von Ge- fäßen oder Kalksteinsplitter.
Die "Kemit" zählt zu den "Lebenslehren" und ist eine Art Musterbrief für die angehenden Schreiber.

Kalkstein
Deir el-Medineh
Abschrift des Neuen Reiches, 19. Dyn., um 1200 v. Chr.
ÄS 3402


 
 

Beschriftetes Gefäß, Brief des Hetep an Ipuresti

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Schriftzeugnisse finden sich nicht nur auf Papyri und Ostraka, jede Tempel-oder Grab- wand war beschriftet, hinzu kommen Stelen und Statuen als Schriftträger, Objekte der Grabausstattung wie Uschebtis und Kanopen sowie nahezu alle Gegenstände und Geräte aus dem Alltagsleben.
Dieses Gefäß trägt den Brief eines Mannes an seine Frau.

Ton
Neues Reich, 18. Dynastie, 1450–1400 v.Chr.
ÄS 4313



 
 

Statuette des Imhotep

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Imhotep war eine historische Persönlichkeit im frühen Alten Reich (um 2660 v. Chr), Architekt des Königs Djoser und als Baumeister der Stufenpyramide von Sakkara der „Erfinder“ des monumentalen Steinbaus. Ihm wird die älteste Weisheitslehre zugeschrieben, und so wurde er zunächst als Weiser verehrt und später vergöttlicht. Als Sohn des Schöpfergottes Ptah wurde er in die Götter- welt eingegliedert, er war ein Schutzgott der Schreiber und Ärzte.

Bronze
Spätzeit, 600-400 v. Chr.
ÄS 5314


 
 

Fliese mit dem Thronnamen Ramses‘ II.

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Bei der Thronbesteigung erhielt jeder König eine Titulatur, die aus fünf festgelegten Titeln mit zugehörigen individuellen Namen bestand. Der Thronname und der Geburtsname wur- de jeweils in einen länglichen Ring, die sogenannte Kartusche, geschrieben. Diese Fliese mit dem Thronnamen von Ramses' II. gehört zu einer monumentalen In- schrift, die einst den Thronsaal des königlichen Palastes zierte.

Fayence, Kalzit
Pi-Ramesse/Qantir
Neues Reich, 19. Dynastie, Regierungszeit Ramses’ II., um 1280 v. Chr.
ÄS 5535


 
 

Rückseite der Sargmaske der Satdjehuti

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Die Innenseite des Sarges einer Königin trägt die älteste überlieferte Version des Totenbu- ches in hieratischen Schriftzeichen, einer Kursivschrift. Dabei handelt es sich um einen Jenseitsführer, der die Verstorbene schützen und begleiten sollte. Holz, vergoldet; Augeneinlagen: Kupfer, Marmor, Obsidian

Theben-West
Zweite Zwischenzeit, 17. Dynastie, um 1575 v.Chr.
ÄS 7163


 
 

Statue eines Schreibers

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Mit der Figur des Schreibers oder eines Lesenden verbindet der Ägypter einen weisen Mann, der seine Lebenserfahrung auf der Papyrusrolle festhält. Die meist füllige Brust deutet ein fortgeschrittenes Alter an, wie es für einen weisen Mann Voraussetzung ist. Darüber hinaus ist die Schreiberfigur, ein seit dem frühen Alten Reich bekannter Statuentyp, die Darstellung eines hohen sozialen und beruflichen Ranges. Sie kennzeichnet den Schriftkundigen, der die Spitzenpositionen der staatlichen Verwaltung innehat.

Kalkstein, mit Resten von Bemalung
Mittleres Reich
ÄS 7907


 
 

Statue eines Wesirs

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Die Pflichterfüllung und Loyalität des Beamten, wie sie in den Lebenslehren beschrieben und gefordert wird, übermitteln in der bildenden Kunst die Statuen hoher Beamter wie etwa des Vezirs, der direkt dem König untersteht. Ihm ist nicht ein bestimmter Statuentyp zugeordnet, sondern eine spezielle Ikonographie: Er trägt als Amtstracht einen ausladen- den, bis unter die Achseln reichenden Schurz. Der füllige Körperbau ist als Hinweis auf ein fortgeschrittenes Alter zu verstehen, mit dem sich Weisheit und Erfahrung verbinden. In der langen „Dienstanweisung für den Vezir“, einer bei dessen Amtseinsetzung vom König an den neuen Amtsinhaber gerichteten langen Ansprache ist ausschließlich von den Pflichten, nicht jedoch von irgendwelchen Rechten oder gar Privilegien die Rede.

Syenit
Mittleres Reich, 13. Dynastie, um 1750 v.Chr.
Gl. 14